Michael von Loefen in:

Krieg der Geranien

Die Nachbarschafts-Show

mit Susanne Fey, Sabrina Wilstermann, Chris Visone

Krieg der Geranien

Zwei Stunden lang pure Lust an der blanken Bosheit. Der Satz reicht, um das ganz und gar grandiose Stück “Krieg der Geranien” zu beschreiben. Die bitterböse Komödie von Markus Beisel hat das Zeug, der absolute Renner auf deutschen Bühnen zu werden. Man amüsiert sich selbst dann noch köstlich, wenn einem das Lachen im Halse stecken bleibt.

Der Meister des alltäglich Bösen oder bösen Alltags hat einen Namen: Markus Beisel. Der Tausendsassa des Mannheimer Rhein-Neckar-Theaters hat mit “Krieg der Geranien” ein Stück geschrieben, wie man es selten erlebt. Durch und durch lebendig, obwohl der Schauplatz nur zwei Balkone sind. Rasend schnell, obwohl der Raum begrenzt ist. Brüllend komisch, obwohl alles eigentlich bitterböse ist. Und mitreißend, weil es mitten aus dem Leben ist.

Selbst ein wasserdichter Vibrator vermag die vertrocknete Erna nur kurz zu beglücken. Natürlich im Geheimen – was sonst. Jede noch so widerliche Unterstellung, die die Zimmermanns den neuen Nachbarn vorwerfen, toppen sie selbst – der scheinbar so rechtschaffene Willi holte sich als früherer Ordnungsamtsmitarbeiter einen Tripper, vermutet aber, dass Maggi einen Puff in der Wohnung aufmachen will, nur weil sie mit Sexspielzeug und Dessous handelt. Mirko wird als verkappter Schwuler gebrandmarkt – selbstverständlich nicht ohne die Sorge vor “schlimmen Krankheiten” zu thematisieren. Erna gibt die aufrechte zweifache Mutter, doch ihre Kinder haben längst das Weite gesucht, um der kaltherzigen Schranze zu entfliehen. Maggi ist Vegetarierin – vollständig im Kontrast zur Innereien kochenden Erna. Hier die feine Spitze, dort der geschmacklose Woolworth-Badeanzug. Mirko in Boxershorts gegen einen Hosenträger-Schmerbauch, der in seiner kleinen Denunziationsbibel alles notiert, womit er anderen Menschen via Anzeige das Leben zur Hölle machen kann.

Die Nachbarschafts-Show im Äppelwoi-Theater !! Denn schon Udo Jürgens besang das „ehrenwerte Haus“. Zum Brüllen komisch !

Direkt zum Ticket

Die nächsten Termine: