Die BABBEL-Show
... Hessisches für Anfänger und Fortgeschrittene
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Sie können noch kein Hessisch? – Dann sind Sie in dieser Theater-Show absolut richtig. Denn hier wird hessisch gebabbelt, was das Zeug hält; und nach dieser Revue wissen dann auch Sie alles über die Eigenarten der hessischen Sprache. So sagt man in Hessen zu einem armseligen Angeber: "Der gibt an wie e Dudd voll doode Micke" (= "wie eine Tüte voll toter Mücken"). Und dementsprechend kann man die Dame oder den Herrn dann auch hessisch beschimpfen:
Wie tut es einem doch so gut, Außer einem hessischen Grundkurs gibt´s aber in dieser Show auch jede Menge hessische Szenen; so gibt´s zum Beispiel den legendären "Froschkönig" sowie einen Computer-Grundkurs auf hessisch. Und hessische Schlager noch gratis dazu. Ein neuer Bembel-Spaß für alle, die schon immer mal Hessisch babbeln wollten … |
Die nächsten Termine |
Presse/Kritiken (über die Show in Bad Homburg)
Beleidigungen auf hessisch
Bad Homburg (mj). "Es will mir net in de Koppenei, wie kann en Mensch net von Frankfurt sei!" Diese Sentenz ist längst zum geflügelten Wort für das Ur-Hessische geworden. Nicht nur Michael von Loefen vom Deutschen Äppelwoitheater stört sich daran, dass die Mundart immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird. Sprechen Sie doch mal mit Jugendlichen richtig Hessisch - die verstehen kaum noch ein Wort. Dabei ist gerade der Dialekt die Verbundenheit mit der Heimat. Um das richtig zu verstehen; Man sollte dabei das Hochdeutsch nicht vergessen! Also am besten zweisprachig aufwachsen! Mit der neuen Show "Die Babbel-Show - Hessisches für Anfänger und Fortgeschrittene" reichte Michael von Loefen mit seinem Team allen Anwesenden die Hand, um derbes Hessisch von Grund auf zu lernen.
Während bei den Shows im Äppelwoitheater vornehmlich gesungen wird, stand bei dieser Premiere das Wort im Vordergrund - natürlich das hessische. Und hier gilt wie in jedem Dialekt: Es lässt sich wesentlich charmanter beleidigen, wenn man sich nicht des Hochdeutschen bedient. Wer kann schon wirklich böse sein, wenn man als Babbsack oder Hannebambel tituliert wird? Anbieten würden sich auch Kratzbärscht, Dollbohrer oder abgebrochener Gartezwerch. Wer kann da schon wütend werden? Im Hochdeutschen fallen einem nur Worte ein, die heftig unter die Gürtellinie gehen und alles andere als charmant sind.
Michael von Loefen hatte wieder ein Ensemble zu präsentieren, das nicht nur gesangstechnisch großartig agierte, sondern auch der hessischen Mundart absolut mächtig war. Kräftig schnattern konnte Louise Oppenländer, Alexander Beck bewies wieder einmal sein schauspielerisches und sprachliches Talent und nicht minder überzeugend agierte Andreas Konzack. Da kam es zu absolut köstlichen Dialogen mit Mandy, die frisch in die 9b in der Äppelwoi-Gesamtschule aufgenommen wurde. Jean-Claude Dippegucker, der Meisterkoch, verteidigte seinen Kochkäse gegen den Handkäs' mit Musik, wobei er nicht wirklich verstand, wo denn da nun die Musik herkomme. Dass der Appelwoi bereits im achten Jahrhundert von den Römern erfunden wurde, erfuhren die verdutzten Zuhörer ebenso wie eine bislang verschollene hessische Version von Goethes "Faust". Dabei betonte Michael von Loefen, dass in dem literarischen Meisterwerk zahlreiche hessische Formulierungen zu finden seien; "Hier steh' ich nun ich alter Tor und bin so klug als wie zuvor!" Wenn das kein Hessisch ist! Improvisationstalent bewiesen Michael von Loefen und Alexander Beck im Ketten-Dialog, in dem die Wörtzer Kleingartenbauer - ein und Zwiwwelfest - vom Publikum vorgegeben - im Mittelpunkt stehen mussten. Musikalisch war vornehmlich Faschings Stimmung mit der "Runkelroiberoppmaschin" und "Humba, humba täterä" angesagt. Bis Juni 2011 ist die Show donnerstags zu erleben. Karten sind bei Tourist Info + Service im Kurhaus zu haben. Aber auch bei der Babbel-Show gilt: Eintrittskarten frühzeitig sichern!
Bad Homburger Woche vom 30.09.2010

Louise Oppenländer und Michael von Loefen machen dem Titel
"Babbel-Show" alle Ehre.
Hessisch für "Oigeplackte"
Wer noch etwas Nachhilfe in Hessisch braucht oder sein Hessisch auf Vordermann bringen möchte, ist in der Babbel Show im Appelwoi-Theater bestens aufgehoben.
Von Klaus Späne
Bad Homburg. Gehören Sie zu den "Oigeplackten"? Oder sind Sie hier in der Gegend "neuge-schnaad"? Wenn ja, dürften Sie bei diesem Anfang Bahnhof verstanden haben. Aber macht nichts, gibt's halt etwas Nachhilfe. Ein "Oige-plackter" ist ein Fremder, der in Hessen heimisch geworden ist. Und "neugeschnaad" ist, wer irgendwo hineingeschneit ist. So wie etwa Mandy aus Ost-Berlin, die im Sprachunterrricht in der Schule Hessisch beigebracht bekommt.
Das Vokabular, das sie beigebracht bekommt, besteht aus Wörtern wie "Bobbes" (Hintern), "Griffel" (Hände) oder "Deez" (Kopf). Nicht dass Hessens neuer Ministerpräsident Volker Bouffier nach seiner Amtseinführung den Hessisch-Unterricht an den Schulen des Landes verordnet hätte. Die Schulbank, die Mandy drückt, steht im Deutschen Appelwoi-Theater und nennt sich "Die Babbel Show", im Untertitel "Hessisch für Anfänger und Fortgeschrittene. Bei ihrem Rundumschlag zur hessischen Mundart landeten Louise Oppenländer und Michael von Loefen auch in der Vergangenheit. Die Revue ist ein wahres Feuerwerk für die Freunde der Mundart, die zwischen Kassel und Heppen-heim und zwischen Rheinhessen und Thüringen gesprochen wird. Aber natürlich geht es in der Babbel Show nicht nur um Dialekt Die ganze oder zumindest die Eckpfeiler der hessischen Kultur kommen in der rund zweistündigen Show auf die Bühne.
Diese zu vermitteln ist nicht immer einfach. Wie etwa erklärt man dem französischen Koch Jean Clau-de Handkäs mit Musik und dass dieser der Schwager vom Kochkäs, dessen Cousine wiederum der Fußkäs ist ebenfalls zur hessischen Käs-Familie gehört? Oder da wäre die Sache mit dem Goethe, aus dessen Faust sich wunderbar eine Werbe-Spot basteln lässt. Schließlich, um ein letztes Beispiel zu bemühen, das literarische Quartett, in dem die Herren Ratsch-Radetzki und Kara-sack sowie Frau Kochlöffler darüber sinnieren, dass Elvis seinen Hit "In The Ghetto" nach einem Besuch in Köppern schrieb.
Äppelwoi-Theater-Chef Michael von Loefen und seiner Truppe ist in der Babbel-Show nichts und niemand heilig, wenn es darum geht, die hessische Kultur auf die Schippe zu nehmen. Schrill, bunt, schnell, laut und gelegentlich prol-lig kommen die Sketche rüber, die Michael von Loefen, Louise Oppen-länder, Alexander J. Beck und Andreas Konzack in der mit 80 Zuschauern voll besetzten Kleinkunstbühne im Kurhaus mit sichtlich viel Spaß am Klamauk und Improvisation präsentieren.
Passend sind die Höhepunkt des hessischen Liedguts eingestreut wie die "Runkelroiwe-Ropp-Maschin" (Runkelrübenrüpfmaschine) das "Hessenlied ( Noch in 100000 Jahren werd' ich echter Hesse sein)" oder "Tief im Odenwald". Am Ende der Show dürften dann auch die Oigeplackten und Neugeschnaaden endgültig zu Hessen mutiert sein.
"Die Babbel-Show" läuft vorerst bis April 2011 im Deutschen Appelwoi-Theater. Reservierung ist unter Telefon (06172) 1783710 nötig. Die Vorstellungen im Oktober sind ausverkauft. Karten gibt's ab November wieder.

Bei ihrem Rundumschlag zur hessischen Mundart landeten Louise Oppenländer
und
Michael von Loefen auch in der Vergangenheit. Foto: ks

