Schoppepetzers Lamento
... Hessisch Schräges rund ums Stöffche
Am 9.3.2012 im 1. Deutschen Äppelwoi-Theater Bad Homburg
Beginn 20.00 Uhr, Einlass ab 19.00 Uhr
Inhalt
* Schoppepetzers Lamento - Hessisch Schräges rund ums Stöffche * heißt das im Jahre 2005 erschienene skurrile und lustige Buch zum Thema Frankfurter Apfelweinseligkeit, welches der Frankfurter Mundartdichter und Liedermacher Rainer Weisbecker zusammen mit dem Cartoonisten Günter Henrich seither auf Lesereisen quer durch das Hessenland vorstellt.
Aus dieser Buchpräsentation ist mittlerweile ein abendfüllendes literarisches Ein-Mann-Programm geworden.
Jean Schoppepetzter, alias Rainer Weisbecker, lamentiert sich mit seinem Lebensmotto * Die Liebe un der Suff, die reibt den Menschen uff'! * durch den Abend. Er nörgelt an der Äppelwoikultur und besonders an der Frankfurter Mundart herum, gibt dem Zuschauer aber gerade damit zwischen den Zeilen einen liebevollen Einblick in Beides. Herr Schoppepetzer erzählt schräge und skurrile Geschichten zum Stöffche und widmet sich besonders der philosophischen Frage "Gibt es en Bembel nach em Dood?"
Zum Thema Liebesfreud und Liebesleid schildert er als Höhepunkt die Möglichkeit, eine auf einem Schwanheimer Acker gefundene Fliegerbombe als Aphrodisiatikum einzusetzen. Durchwoben ist das echt frankfurterische Programm mit Liedern und Mundartblues aus Rainer Weisbeckers Feder.
Rainer Weisbecker
- 1953 im Frankfurter Stadtteil Niederrad geboren und aufgewachsen.
- Als Kind erste Bühnenerfahrung im 1. Orchester der Akkordeonvereinigung Niederrad AKV.
- Mit 17 Jahren erste Auftritte als Bassist und Gitarristmit lokalen Frankfurter Bluesbands.
- Lange Jahre Gitarrist der legendären Headline Bluesband um die Frankfurter Blueslegende Andreas August.
- 1976 zeitweise Bassist der Frankfurt City Bluesband.
- Schreibt seit Anfang der 70er im Frankfurter Dialekt.
- Er gründete 1976 die Mundart - Bluesband BLUESBUBE.
- 1998 erste Buchveröffentlichung.
- Seither sind fünf Bücher mit Gedichten und Geschichten und drei CDs mit Liedern und Blues in Frankfurter Mundart erschienen.
- Seit 1998 Mitglied im Ensemble des Frankfurter Mundart-Rezitations-Theaters REZI*BABBEL.
- Regelmäßige Auftritte in Hörfunk und Fernsehen.
- Seit 2001 freischaffender Mundartdichter und Liedermacher.
Im seinem Soloprogramm Bluesikalische Lesung wechseln sich Liedvortrag und Rezitation in lockerer Reihenfolge ab. Die Gedichte, Geschichten, Lieder und Blues in Frankfurter Mundart erzählen heitere und melancholische, lustige und traurige Begebenheiten aus dem Alltag der Menschen in den Vororten der großen Stadt. Natürlich findet sich in seinen Liebes- und Verlassenheitssongs auch die bittersüße Melancholie des Blues.
Das Programm wird mit heiterem Augenzwinkern präsentiert, aber Weisbecker läßt als Vertreter zeitgenössischer Frankfurter Mundartdichtung nie Äppelwoi- oder Bembelseligkeit aufkommen.
Presse & Kritiken
Vom wunderbar nasalen Frankforderisch
Von Olivera Gligoric-Fürer
Friedrichsdorf. So muss es sein, glaubt man Rainer Weisbecker, wenn man mit Mainwasser getauft wurde: In einem Gedicht erklärte der Mundartdichter und Liedermacher, dass man als gebürtiger Frankfurter stets dafür Sorge zu tragen hat, dass der Apfelweinpegel im Blut konstant auf einem Level gehalten wird. Das Publikum lachte herzhaft. Das gute Stöffche (also das Glas Apfelwein) stand in Garniers Keller im Mittelpunkt: Die meisten Gedichte, Geschichten und Lieder des Frankfurters handelten von der goldenen Flüssigkeit.
Eines steht nämlich fest: Äpfel sind nicht zum Essen da, sondern zum Ebbelwei, und nur dann kommen sie ins Paradies, so Weisbecker in seinem Song "Ebbelwei-Blues". Seine Lieder begleitete der Künstler immer auf der Gitarre und manchmal sogar auf der Mundharmonika. In seinem Programm wechselten sich Rezitationen und Gesang munter ab, und Weisbecker sorgte so im Gewölbekeller für einen ebenso unterhaltsamen wie lehrreichen Abend. Doch eines war fast noch wichtiger als der Apfelwein: Sein melodisch klingender "Frankforder Dialekt". Und bevor er sein neues Buch "Schoppepetzers Lamento", illustriert von Günter Henrich, vorstellte, wurde zuallererst das Publikum in die Geheimnisse des Frankforderischen eingeweiht. Sowohl Einflüsse des Englischen und Französischen als auch das Jiddischen ließen sich im Frankfurterischen nachweisen. Ob Frankfurter Eintracht, Mainz 05, OFC, Lions oder Skyliners - wenige Stunden nach dem Heimspiel sind die ersten Bilder der Begegnung bei uns online zu bewundern:
"Uff'n goal gehe" bedeute, dass einem etwas auf die Nerven geht, erklärte er. "Hiker" bedeute Fahrrad und "pese", von Englisch pace, stehe für rennen, eilen. Aus dem Französischen sind unter anderem "lapin", für Hase, oder die "chaise", für Stuhl, überliefert. Und natürlich auch Trottoir oder Portemonnaie. "Doch vor allem haben wir eines von den Franzosen", so Weisbecker, "die wunderbar nasale Aussprache", und er näselte sein zauberhaftes Frankforderisch noch betonter.
"Was heißt eigentlich, hier zieht es wie Hechtsuppe?", fragte Weisbecker weiter. Das habe weder etwas mit Suppe noch mit Fisch zu tun, es stamme aus dem Jiddischen, und heiße so viel wie: "Hier zieht es wie beim Sturm." Dem Jiddischen entnommen sind auch Begriffe wie die "Schmiere", für Polizei, oder auch "meschugge" (verrückt) oder "Penunze" (Geld).
Nachdem nun alle auf ein sprachliches Niveau gebracht worden waren, erzählte er vom Robinson Schoppepetzer, der "einmal eine Schiffsreise tue tät", dabei vom Stöffche gut benebelt von Bord fiel und auf einer einsamen Insel landete. Weisbecker erfreute seine Zuhörer noch mit seinem bekannten "Baumarkt-Blues-Lied" sowie mit weiteren lustigen Geschichten zum Thema "Spannungsverhältnis der Geschlechter".
Der aus Niederrad stammende Mundartdichter machte gute Stimmung im Gewölbekeller, denn seine Geschichten waren wunderbar einfach, lustig verdreht und witzig erzählt. An vielen Stellen mussten die Zuschauer mitmachen und zum Beispiel den Refrain mitsingen, der meistens aus "Ebbelwei" bestand. Ein schöner und kurzweiliger "Frankforderischer" Abend, bei dem tatsächlich größtenteils das gute Stöffche in die Gläser der Zuschauer floss.
Taunus Zeitung Printausgabe vom 28.02.2006

Über die Premiere der musikalisch-literarischen Ein-Mann-Theater-Revue * Schoppepetzers Lamento * im Deutschen Äppelwoi-Theater in Bad Homburg schrieb die Taunus-Zeitung:
Ess misch net - mach misch zu Äppelwoi!
. . . Mit einer exzellenten Revue brillierte Rainer Weisbecker im voll besetzten Äppelwoi-Theater . . . und erntete Lachsalven und begeisterten Beifall.
. . . Philosophisch erörtert Rainer Weisbecker mit einem 1907 von Karl Ettlinger entstandenen Lied des Hessen liebstes Wörtchen: "Als". Mit diesem Wort bestätigt der Hesse, dass er sprachlich nicht nur Worte benutzt, die kein normaler Mensch versteht, sondern auch grammatikalisch völlig daneben liegt: "Wenn die Sonn' als scheint, dann geh' ich als spazieren!" Himmelschreiender Blödsinn! Die Zuschauer - mit Sicherheit in der überwiegenden Mehrzahl Urhessen - amüsierten sich königlich bei den Wortspiel-ereien Rainer Weisbeckers...
Taunus Zeitung, 05.11.2007
Webseite
| Vorverkauf: | Tourist Info & Service im Kurhaus, Louisenstr. 58, 61348 Bad Homburg Tel 06172 178-3710 |
| Abendkasse: | Im Theater, Schwedenpfad 1, 61348 Bad Homburg, Tel 06172 690 407 90 Minuten vor Veranstaltungsbeginn |
